„Lernen lernen“

Konzept zur Förderung der Methodenkompetenz

„Lernen lernen von Anfang an“
Im Vordergrund steht das Bestreben, in der Schule eine Lernkultur aufzubauen, die die bewusste Förderung der individuellen Lernkompetenz des Kindes zum Ziel hat. Im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme wurde das Kollegium unserer Schule in drei Schulhalbjahren mit jeweils mehreren Trainingstagen in verschiedene Module eingeführt:

Methoden

Die Umsetzung des Konzepts in Form von Trainingstagen zu den einzelnen Bereichen für die Schülerinnen und Schüler wurde von der Konferenz beschlossen und zukünftig in jedem Schuljahr umgesetzt:

  • Methodentraining – in den ersten Schulwochen nach den Sommerferien
  • Teamtraining – November/Dezember (Spieletage im Advent)
  • Kommunikationstraining – zu Beginn des 2. Schulhalbjahres

Die genauen Termine werden zum Schuljahresbeginn festgelegt. Es findet verstärkt Klassenlehrerunterricht statt.


Zielsetzung und Richtlinienbezug

Ziel des Konzepts ist die Entwicklung eines neuen Lehrens und Lernens, das den Schülern Kompetenzen vermittelt, um den heutigen Anforderungen der Gesellschaft an Schule und Unterricht gerecht zu werden.

Laut Richtlinien des Landes NRW sollen die Schüler verstärkt zu einem selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten hingeführt werden:

  • „Der Unterricht fördert die Fähigkeit und die Bereitschaft, das eigene Lernen bewusst und zielgerecht zu gestalten und mit anderen zusammenzuarbeiten. Die Lehrkräfte legen deshalb Wert aufeigenständiges und selbst verantwortliches Lernen.
  • Bezogen auf die Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler bietet der Unterricht sowohl Gelegenheit zum Lernen in angeleiteter Form als auch in offenen Lernformen, in denen Kinder selbst planen, entdecken, erkunden, untersuchen, beobachten, experimentieren, dokumentieren und ihre Arbeiten bewerten….
  • Das Lernen zu lernen und ein Leben lang lernfähig zu bleiben, ist für das Leben in der heutigen Gesellschaft von besonderer Bedeutung.
  • Durch fachliches und fächerübergreifendes Lernen werden Schlüsselqualifikationen als grundlegende Kompetenzen und Einstellungen angebahnt, die den Schülerinnen und Schülern die individuelle Gestaltung ihres Lebens, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und selbstständiges, lebensbegleitendes Lernen dauerhaft ermöglichen.
  • Solche Schlüsselqualifikationen, die sich aus dem Zusammenspiel von fachlichen, sozialen und personalen Kompetenzen ergeben und schon in der Grundschule angebahnt werden, sind ein wesentlicher Bestandteil einer Erziehung zur Mündigkeit in einer offenen und pluralen Gesellschaft. Hierzu gehören vor allem Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft, Einfühlungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit und Kreativität sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit.“

Ebenso wird im Lehrplan Sachunterricht ausgeführt:

  • Methoden des aktiven Wissenserwerbs
    Der Sachunterricht bezieht sich mit seinen Unterrichtsinhalten und Verfahren auf mehrere wissenschaftliche Disziplinen. Nicht die Fülle von Einzelerkenntnissen sondern im Sinne von „das Lernen lernen“ – die Methoden des aktiven Wissenserwerbs stehen im Vordergrund. Erkenntnisprozesse, mit denen Schülerinnen und Schüler im Sachunterricht zu Ergebnissen kommen und Einsichten gewinnen, korrespondieren dabei mit wissenschaftlich gültigen Methoden. In dem Maße wie die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterentwickeln, bestimmen sie zunehmend ihren Lernweg selbst.“

 

Organisation

Das „Lernen lernen“ hat für Schüler die größten Effekte, wenn es kontinuierlich erfolgt und einzelne Bausteine immer wieder an fachlichen Themen angewendet und wiederholt werden.

Am besten gelingt dies, wenn man das „Lernen lernen“ in einem Schulprojekt organisiert, in das alle Lehrkräfte und Schüler eingebunden sind. Dies geschieht halbjährlich in Form eines Sockeltrainings, das sich als längerer Prozess, über zwei Schuljahre erstrecken wird. Voraussetzung ist gleichzeitig eineQualifikation der Lehrer, die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung im Unterricht bietet. Das Kollegium wird in dieser Zeit von zwei Trainerinnen begleitet, die von der Bezirksregierung in einer 1 1/2 jährigen Qualifizierungsmaßnahme dafür ausgebildet wurden.
Die Kinder lernen systematisch, wie sie in den verschiedenen Situationen des Unterrichts und Alltags besser und erfolgreicher kommunizieren können. Sie werden Methoden kennen lernen, um sich Wissen selbstständiger und nachhaltiger anzueignen, dieses entsprechend umzusetzen und wie sie dann Lernergebnisse vor anderen erfolgreich präsentieren können. Insgesamt geht es darum, dass alle lernen effektiver miteinander im Team zu arbeiten.

Übersicht über die Trainingseinheiten

METHODENTRAINING – KOMMUNIKATIONSTRAINING – TEAMTRAINING
Inhaltliche Schwerpunkte der Trainingseinheiten

  • Lernmethoden
  • Grundfertigkeiten verbessern
  • Arbeitstechniken
  • Verschiedene Trainingsspiralen
  • Zuhören will gelernt sein
  • Sprechen kann man üben
  • Miteinander sprechen
  • Argumentieren anbahnen
  • Für Teamarbeit sensibilisieren
  • Gruppenprozesse reflektieren
  • Regeln zur Teamarbeit einüben

Die trainierten Methoden sollen zunehmend miteinander verknüpft werden.

 

Modulbeschreibung: Kommunikationstraining

Weshalb ist ein Kommunikationstraining notwendig?
Nach Aussagen der Erziehungs- und Sozialwissenschaftler ist die Entwicklung einer guten Kommunikationskompetenz bei Kindern und Jugendlichen eine entscheidende Grundlage zur zukünftigen Lebensbewältigung. Heute geht man davon aus, dass der zukünftige Arbeitsmarkt einem noch schnelleren Wandel unterliegen wird als der gegenwärtige. Dies hat zur Folge, dass die Heranwachsenden auf solche Veränderungen rasch reagieren müssen und im Verlaufe ihres bevorstehenden Berufslebens mehrmals unterschiedliche Ausbildungen zu absolvieren haben.

Lebenslanges Lernen wird wichtiger denn je.
Nur diejenigen Schüler werden diese Herausforderung meistern können, die geistig flexibel sind und die gleichzeitig über ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit verfügen. Durch ein entsprechendes Training können wir entscheidend dazu beitragen, die Grundlagen dafür schon hier bei uns in der Grundschule zu legen.

Ergebnisse der Gehirnforschung:

  • „Von dem, was ein Kind selber sagt und ausspricht, bleibt 80 % haften. Das gilt vor allem dann, wenn ein Kind einem anderen etwas erklärt oder ein Kind etwas präsentiert, was es gelernt hat.“ (Prof. Peter Struck, Erziehungswissenschaftler)
  • Witzenbacher belegt, dass nur 20 – 30% von dem, was gehört oder gelesen wird, in das Behalten übergeht. 70 % bleiben im Behaltensbereich, wenn die Fakten sprachlich dargelegt werden.
  • „Sprechen bildet also! Und zwar nicht nur in kommunikativer sondern auch in fachlicher Hinsicht. Jeder Sprechakt ist ein Akt der Selbstkontrolle.“ (Witzenbacher)

 

Die Übungen:
Im Kommunikationstraining werden Übungen und Trainingsspiralen zu folgenden Bereichen durchgeführt:

  • Nonverbale Kommunikation
  • Blickkontakt aufnehmen und halten können.
  • Zuhören und Gehörtes wiedergeben
  • Deutlich sprechen
  • Freies Sprechen und Erzählen
  • Genau beschreiben
  • Miteinander sprechen und Gesprächsführung
  • Sprechangst