Hausaufgaben

1. Warum Hausaufgaben?

  • Die Hausaufgaben setzen die im Unterricht eingeleiteten Lernprozesse fort durch Festigung und Vertiefung von Einsichten, weitere Einübung und Anwendung von Fertigkeiten.
  • Sie können den Unterricht ergänzen und den Fortgang des Unterrichts vorbereiten durch eigene Erkundungen der Schüler (Quellenlektüre, z.B. Lexika, Dokumente, Sachbücher, Wörterbücher, Bilder, Atlanten; praktische Erkundungen eines Sachverhalts „vor Ort“)
  • Bereitstellung von Materialien in Einzel- oder Gruppenarbeit (Sammlung, Referat)
  • Erwerb von Kenntnissen (z.B. Fachbegriffe, Daten, Sachzusammenhänge, Gedichte, Einmaleins)
  • Sie unterstützen die Erziehung zu pünktlicher, sorgfältiger und vollständiger Ausführung von Aufträgen, zu selbständiger Einteilung der Arbeitszeit, sowie zum sachgerechten Gebrauch der jeweils zu benutzenden Hilfsmittel (z.B. Schreib- und Zeichengeräte, Wörterbuch, Tabellen usw.). Diese Fähigkeiten dürfen nicht vorausgesetzt werden; sie werden nach und nach erworben. Der Lehrer macht deshalb bereits in der Grundschule die Kinder mit der Technik der Hausaufgaben vertraut.
  • Hausarbeiten als kollektive Strafe und als Mittel zur Wahrung der Disziplin (so genannte Strafarbeiten) sind pädagogisch nicht vertretbar und daher unzulässig.

2. Welche Aufgaben sollen Hausaufgaben beinhalten?

  • Die Hausaufgaben müssen sich aus dem Gang des Unterrichts ergeben; sie sind nicht mit mechanischer Regelmäßigkeit zu erteilen, sondern nur, wenn und soweit sie unter didaktischen Gesichtspunkten notwendig sind.
  • Auch Aufgaben, die dem Training in der Anwendung bekannter Verfahrensweisen (z.B. Rechnen) oder in der Einprägung bestimmter Gewohnheiten (z.B. Rechtschreibung) dienen, müssen teilweise automatisierend gelernt werden (Rechentürme, Wortlisten, Sätze erfinden usw.)

3. Wie lange dürfen Hausaufgaben dauern und wie schwer sollen sie sein?

  • Die Aufgaben sollen vom Schüler ohne fremde Hilfe und in der vorgesehenen Zeit zu bewältigen sein. Altersangemessene Anweisungen erleichtern dem Schüler das Verständnis und die Ausführung der Hausarbeiten.
  • Der Umfang der täglichen Hausaufgaben soll so bemessen sein, dass der Freitag, der Sonnabend und der Sonntag arbeitsfrei bleiben und an den übrigen Tagen die folgenden Arbeitszeiten nicht überschritten werden:
    – In Klasse 1 werden die Kinder anhand von Aufgaben geringen Umfanges behutsam an das häusliche Arbeiten gewöhnt.
    – In Klasse 2: bis zu 1/2 Stunde
    – In Klasse 3 und 4: bis zu 1 Stunde
  • Die verschiedenen in einer Klasse unterrichtenden Lehrer koordinieren ihre Anforderungen an die Hausarbeitszeit der Schüler.

4. Wie werden Hausaufgaben kontrolliert?

  • Hausaufgaben müssen vom Lehrer regelmäßig zur Kenntnis genommen werden. Dabei ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form zu würdigen. Gleichgültigkeit des Lehrers gegenüber dem Ertrag der häuslichen Bemühungen zerstört die Arbeitshaltung der Schüler; zugleich vergibt sich der Lehrer einer der besten Möglichkeiten, sich regelmäßig über das individuelle Leistungs- und Arbeitsverhalten und über persönliche Stärken und Schwächen der Schüler sowie über den Erfolg seines eigenen Unterrichtes zu informieren.
  • Hausarbeiten werden in der Regel nicht zensiert, weil Schüler unter sehr unterschiedlichen Bedingungen arbeiten und das Ausmaß der häuslichen Hilfe oder Beeinträchtigung oft nicht zu ermessen ist.
  • Mit zunehmendem Alter der Schüler wird die Kontrolle durch den Lehrer durch gegenseitige Korrektur der Schüler und durch Selbstkontrolle ergänzt. Auch diese Arbeitsformen müssen eingeübt werden.